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Weihnachtlicher Lichterglanz – möglichst umweltbewusst

Die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle gibt Tipps für die richtige Sammlung und Entsorgung von Leuchtmitteln

Es ist soweit - ein Monat vor Weihnachten erstrahlen unsere Einkaufsstraßen wieder im weihnachtlichen Lichterglanz. Ganze Straßenzüge, Auslagen, Häuser und Vorgärten werden mit Lichterketten, blinkenden Sternen und Leuchtfiguren geschmückt. Die festliche Beleuchtung löst allerdings neben kollektiver Vorfreude auf Weihnachten auch einen eklatanten Anstieg des Energieverbrauchs aus. „Die Stromkosten der Gemeinden und Haushalte steigen in der Weihnachtszeit deutlich an“, betont Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK).

Obwohl laut EU-Ökodesign-Verordnung für Beleuchtung nur mehr energieeffiziente Lampen verkauft werden dürfen, sind nach wie vor jede Menge stromfressende Weihnachtsleuchtmittel in Verwendung. „Im Sinne des Klimaschutzes muss es uns Anliegen sein, diese nun endgültig durch energieeffiziente Technologien zu ersetzen“, betont Giehser und veranschaulicht ihren Appell mit folgendem Beispiel: Ein einziger, zehn Meter langer Lichtschlauch mit alten, herkömmlichen Glühbirnen verursacht in fünf Wochen Stromkosten in Höhe von rund 30 Euro. Zum Vergleich: So viel Strom verbraucht ein 140-Liter-Kühlschrank mit Gefrierfach der Energieeffizienzklasse A++ im gesamten Jahr, ungefähr 140 kWh. Ein Kühlschrank in dieser Größe mit der sparsamsten Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht sogar nur um die 100 kWh pro Jahr.

Erhellende Infos und Tipps:

  • Lichterketten in LED-Technologie sind eine stromsparende Alternative. Die Licht emittierenden Dioden (LED) benötigten bei gleicher Helligkeit deutlich weniger Strom als Glühlampen und halten bis zu 100 Mal länger (bis zu 100.000 Stunden). Dadurch können LED-Lampen die Kosten um bis zu 80 Prozent reduzieren. Ein Christbaum, z.B. am Marktplatz der Gemeinde, der bisher mit 300 Glühbirnen à 15 Watt erhellt wurde, kann auch mit LEDs à 2,5 Watt erstrahlen, das ist eine Stromeinsparung von über 80 Prozent bzw. etwa 200.- Euro.
  • Beleuchtungszeitraum verkürzen: Die Stromkosten lassen sich leicht verringern, indem die Lichterketten tagsüber ausgeschaltet und nur in den Abendstunden in Betrieb genommen werden. Das automatische Ein- und Ausschalten kann eine Zeitschaltuhr übernehmen. 
  • Beim Kauf auf Leistungsaufnahme achten: Wichtig ist, keine Produkte ohne eine Angabe der Leistungsaufnahme zu kaufen. Für die Weihnachtsbeleuchtung eignen sich Lämpchen mit geringem Verbrauch. Es gibt schon welche mit nur einem Watt Leistung. Zur Sicherheit beim Kauf auf Prüfzeichen achten. 
  • Zu wertvoll für den Restmüll –die richtige Entsorgung
    Moderne Leuchtmittel enthalten wertvolle Rohstoffe, die verwertet werden können. Energiesparlampen und LED-Lampen gehören daher nicht in den Restmüll, sondern müssen bruchsicher und getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden. Genau wie Elektroaltgeräte oder Batterien müssen ausgediente Energiesparlampen bei Altstoff-Sammelstellen (Mistplätzen, Recyclinghöfen) oder beim Fachhändler abgegeben werden. Ab einer Verkaufsfläche von 150 m² sind Händler in Österreich bei gleichzeitigem Kauf einer neuen Lampe zur Rücknahme verpflichtet. Bei Verkaufsflächen kleiner 150 m² müssen die Händler am Eingang darauf hinweisen, sollten sie die Rücknahme beim Kauf eines neuen Produkts nicht akzeptieren.
  • Herkömmliche Glühlampen richtig entsorgen
    Glühlampen gehören nicht in die Altglassammlung, die sich auf die Sammlung von Verpackungsglas beschränkt. Denn sie enthalten feine Drähte, die in den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung fast unsichtbar an den Scherben hängen bleiben. Sie führen beim Einschmelzen und Formen von neuen Glasgegenständen zu Einschlüssen, die Flaschen und Gläser unbrauchbar machen würden. Aus diesem Grund gehören konventionelle Glühlampen in den Restmüll.
  • Vorsicht Verwechslungsgefahr! Mittlerweile gibt es Nachbauprodukte in Energiesparlampen und LED-Form, die den herkömmlichen Glühbirnen sehr stark ähneln. Achten Sie bitte darauf, diese nicht im Restmüll zu entsorgen, sondern geben Sie diese bei Sammelstellen oder im Handel ab.
  • Was passiert, wenn eine Energiesparlampe zerbricht
    Energiesparlampen mit der neuesten Technologie enthalten nur geringe Mengen an Quecksilber, weniger als zwei Milligramm (FEEI, 2011), ältere bzw. Billigprodukte maximal fünf Milligramm (= gesetzliche Grenzwert). Quecksilber kann nur dann in geringen Mengen entweichen, wenn eine Energiesparlampe bricht. Eine Lampe, die in Betrieb ist, aufbewahrt oder getauscht wird, gibt kein Quecksilber ab. Wenn eine Lampe zu Bruch geht, müssen die Scherben aufgesammelt und in einem Behältnis aufbewahrt werden (nicht saugen oder mit bloßen Händen berühren!). Im Anschluss daran ist der Raum gut zu lüften. Es besteht keine akute Gesundheitsgefahr.
  • Umweltgerechte Entsorgung und Verwertung
    Um eine umweltgerecht Entsorgung zu gewährleisten, werden Gasentladungslampen in Österreich nach dem neuesten Stand der Technik verwertet und viele Inhaltsstoffe als Sekundärrohstoffe genutzt. Ziel ist eine Trennung der Lampen in ihre Einzelbestandteile, so dass diese entsprechend verwertet und nicht verwertbare Stoffe ordnungsgemäß entsorgt werden können.

„Energieeffizientes, ressourcenschonendes Handeln bereitet auch der Umwelt eine Freude - nicht nur zu Weihnachten“, so Giehsers abschließender Appell. 

EAK_Weihnachtsbeleuchtung.pdf

Donnerstag, 18. Januar 2018