Energieraumplanung | Gemeinde Dienstleistungsverband Region Amstetten

Angebot der KEM Amstetten > Energieraumplanung in Gemeinden

Wir laden alle Gemeinden ein sich mit den Herausforderungen der Baulandhortung auseinander zu setzen um gemeinsam den Grundstein für eine klimafreundliche Zukunft zu legen! Die Klima- und Energie-Modellregion Amstetten bietet in Kooperation mit RaumplanerInnen individuelle Beratungsgespräche an. Ziel ist es errichtete aber nicht genutzte Infrastruktur und den damit einhergehenden Landschaftsverbrauch aufzuzeigen und gemeinsam Strategien zur Baulandmobilisierung zu entwickeln.
Beratungszeitraum: Februar bis Mai 2019 (ganztägig) 
Anmeldung unter: kem@gda.gv.at


Beratungsgespräche - Umgang mit innerörtlichen Baulandreserven

Von den Klima- und Energie Modellregionen Amstetten wird das Projekt „Energieraumplanung: Ein Spannungsfeld des Unmöglichen?“ durchgeführt, wobei wir gemeinsam mit Ihnen die Herausforderungen im Umgang mit innerörtlichen Baulandreserven angehen wollen!

Ziele

Die Ziele des Projektes sind mannigfaltig: Eine Bewusstseinsbildung hinsichtlich der mit den Reserven einhergehenden Ressourcenvergeudung und die daraus folgende Flächenausdehnung der Siedlungen steht im Vordergrund. Darüber hinaus wird eine positive Positionierung des ländlichen Raumes angestrebt.

So gehen wir vor

Eine fundierte Analyse der Baulandreserven in den Ortskernen zeigt die Verluste durch das Brachliegen der Flächen auf, woraufhin Strategien erarbeitet werden. Besonderes Hauptaugenmerk wird auf die Frage der bisherigen Zeitdauer der Widmung, dem zeitnahen Umgang mit den Flächen und die objektive wirtschaftliche, ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Flächen gelegt (siehe Bewertungskriterien im Anhang).

Beratungsgespräche

Für das Projekt sind Beratungen für die Gemeinden vorgesehen, in dem einerseits die bisherigen Auswirkungen analysiert und weiters an möglichen Lösungsansätzen gefeilt wird. Die Beratungen können (nach Vereinbarung) im Zeitraum Februar bis Mai 2019 in Anspruch genommen werden. Dabei sind Vertreter der Klima- und Energiemodellregion und des Raumplanungsbüros Kommunaldialog GmbH anwesend. Um die Beratungen effizient durchführen zu können, ist folgende Vorbereitung von Seiten der Gemeinde notwendig:

  1. Bereithalten des rechtskräftigen Flächenwidmungsplans (ggf. auch „alte“ Flächenwidmungspläne)
  2. Aktuelle GWR-Daten Bzw. Kenntnis zu unbebautem/bebautem Bauland vor allem im Ortskern des Hauptortes Oder (falls vorhanden): Plan zu Baulandausnutzung/Baulandreserven
  3. Kenntnis zur Leitungsversorgung Oder (falls vorhanden): Plan mit Darstellung der Leitungen

Die gesammelten Daten werden zur weiteren Verwendung selbstverständlich anonymisiert. Das Endprodukt Die Erfahrungswerte, Ergebnisse und Lösungsstrategien der einzelnen Gemeinden werden gebündelt, in einem Handbuch zusammengefasst und an das Land Niederösterreich weitergegeben, sodass das Land die nächsten Schritte einleiten kann, Rahmenbedingungen für den Umgang mit Baulandreserven setzt und künftig ein sparsamer Einsatz von Ressourcen möglich ist!

Wir freuen uns auf eine positive Rückmeldung Ihrerseits und eine konstruktive Zusammenarbeit im Kampf gegen die Baulandreserven!


Warum "Energieraumplanung" in der KEM Amstetten?

Ziel ist das Aufzeigen und Bewusstmachen der Ressourcenvergeudung durch das jahrelange Horten von gewidmeten und nicht genutzte Baulandreserven und die daraus folgende Flächenausdehnung der Siedlungen.

Beratungen in 5 bis 6 Gemeinden (Gemeindeverantwortliche Politiker und Verwaltung): Der als Bauland gewidmete Siedlungsraum der Dörfer stammt meist aus den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, wo die Verfügbarkeit des Baulandes und der Boden als rares Gut keine Betrachtung gefunden haben. Dementsprechend groß sind in den Gemeinden die unbebauten als Bauland gewidmeten Flächen. Häufig sind diese Bereiche weitgehend mit Leitungsinfrastrukturen ausgestattet. Wohnraum- und Siedlungsentwicklung schreitet oft lückenhaft voran und ufert gezwungenermaßen in die Landschaft, ökologische und ökonomische Zielsetzungen der Gemeinde sind nur schwer in den Griff zu bekommen. Raumplanung in den ländlichen Gemeinden wird daher oft als flächenverbrauchende Hoheitsplanung von politisch getriebenen Laien denunziert.

Langfristiges Entwickeln von Strategien und Handlungsschritten zu einem positiven Imagewandel nach Innen und nach Außen: Das Dorf und der ländliche Raum soll für die raumplanerische Entwicklungsleitplanung positiv positioniert und die Lebens- und Wohnqualität gesteigert werden. 

Anhand von zwei unterschiedlich strukturierten (Größe, Einwohnerzahl, wirtschaftliche Aus-prägung) ländlichen Gemeinden wird die Situation der vorhandenen Baulandwidmungen dar-gestellt, analysiert und auf ihre Nutzung hin untersucht. Zusätzlich wird ihre vorhandene und allfällige fehlende infrastrukturelle Ausstattung kostenmäßig bewertet. In den Mittelpunkt der Überlegungen sollen die gewidmeten und nicht bebauten Baulandflächen gestellt werden. Lokale Experten, die sich aus den Reihen der Gemeindepolitiker und Grundeigentümer zusammensetzen, stellen Indikatoren zusammen, nach denen die Baulandreserveflächen in der Gemeinde bewertet und interpretiert werden. Besonders Hauptaugen-merk wird auf die Frage der bisherigen Zeitdauer der Widmung, dem zeitnahen individuellen Umgang mit den Flächen und die objektive wirtschaftliche, ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Flächen gelegt. Fiktiv werden erforderliche neue Baulandflächen flächen- und kostenmäßig erfasst. Dadurch wird bestehendes gewidmetes und gegebenenfalls neu zu widmendes Bauland ökologisch und ökonomisch verglichen und der Ressourcenverbrauch sichtbar gemacht. Im Anschluss daran werden gemeindespezifische nachvollziehbare Methoden und Modalitäten entwickelt, gewidmetes Bauland zu mobilisieren und Siedlungsentwicklungsachsen raum- und energieverträglich auszuweisen. Der Dialog zwischen Gemeindepolitik und Bevölkerung, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Arbeitsschritte und Entscheidungen sollen in einem handbuchartigen Katalog („Vademecum“, „Logbuch“) in digitaler Form ihren Niederschlag finden. Es gilt die Stärken zu bündeln und der negativen Außensicht und der bisherigen Außensteuerung des ländlichen Raumes entgegenzuwirken. Die Beschäftigung mit dem, was die ländliche Bevölkerung die allermeiste Zeit des Daseins umgibt – nämlich die Qualität der gebauten und bewirtschafteten Realität - soll zum Leitprinzip der ländlichen Raumplanung werden.

Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr, wie die Räume, die uns umgeben: Das Dorf hat Zukunft, als Landidylle, als Lieferant nachhaltiger Lebens- und Entwicklungsmodelle und als Erzeuger erneuerbare Energien und Kraftstoffe! Nachhaltiges ländliches Leben und Wohnen beruht auf der gleichberechtigten Umsetzung und Berücksichtigung von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen.